Lyme-Borreliose

Die Erreger der Lyme-Borreliose (B.burgdorferi, B.afzelii, B.garinii) werden durch den Stich von Zecken (Holzbock, Ixodes ricinus) übertragen.Die Durchseuchung der Zecken beträgt regional unterschiedlich zwischen 5% und 60%. Entsprechend der Aktivität der Zecken findet sich die Mehrzahl der Erkrankungen im Sommerhalbjahr.

Die Klinik der Erkrankung zeigt einen stadienhaften Verlauf:

Stadium 1 Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich Erythema migrans: makulöse oder papulöse Effloreszenz; im weiteren Verlauf meist zentral abblassendes, peripher wanderndes Ring-Erythem (starke Variabilität); zusätzlich sind möglich Fieber, Myalgien, Kopfschmerzen, Meningismus  
Stadium 2 Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich Lymphozytäre Meningoradikulitis mit radikulärem Schmerzsyndrom Paresen vor allem der Hirnnerven (z.B. Facialisparese) Myokarditis mit Herzrhythmusstörungen (v.a. AV-Block)
Stadium 3 Monate bis Jahre nach dem Zeckenstich Lyme-Arthritis: mono- oder oligoartikulär, chronisch oder intermittierend; differentialdiagnostisch muß ein rheumatisches Krankheitsbild ausgeschlossen werden Akrodermatitis chronica atrophicans: papierdünne Haut mit Faltenbildung, livider Verfärbung und Hervortreten der Gefäße Neuroborreliose mit z.B. Enzephalomyelitis, Para- und Tetraparesen, Ataxie, psychische Störungen  
Möglich ist ein Beginn der Symptomatik in jedem der genannten Stadien sowie das gleichzeitige Auftreten von Manifestationen verschiedener Krankheitsstadien!  

Die Diagnose einer Borreliose kann aufgrund von Anamnese und klinischer Symptomatik in Zusammenhang mit der Serologie gestellt werden, aber nicht aufgrund der Serologie allein.

Die erste serologische Untersuchung empfiehlt sich unmittelbar nach einem (bemerkten) Zeckenstich, um gegebenenfalls eine Primärinfektion von einer zurückliegenden oder latenten Infektion unterscheiden zu können. Danach sollte eine Verlaufs-/Kontrolluntersuchung alle 3-4 Wochen durchgeführt werden.

Die serologische Borrelien-Diagnostik wird wie folgt durchgeführt:

Basisdiagnostik mit Borrelien IgG-ELISA und Borrelien IgM-ELISA.

Die ELISA-Tests sind sehr sensitiv eingestellt, damit keine Borrelien-Infektion übersehen wird.

Bei einem positiven ELISA-Ergebnis wird ein Bestätigungstest mit einem Borrelien IgG-Westernblot und/oder einem Borrelien IgM-Westernblot durchgeführt.

Alle diese Tests können aus 2 ml Serum durchgeführt werden.

Die Interpretation Borrelien-serologischer Befunde wird u.a. durch folgende Besonderheiten erschwert:

Lange Serolatenz von 3-4 Wochen nach Erstinfektion.

Antikörper gegen unspezifische Antigene, die auch bei zahlreichen anderen Erregern vorkommen können;  ELISA-Ergebnisse sind dann positiv und Westernblot-Ergebnisse negativ bis fraglich.

Fehlende oder unzureichende Antikörperbildung durch frühzeitige Antibiotikabehandlung.

Zur Ergänzung der Serologie kann die Bestimmung von Borrelien-DNA-PCR aus EDTA-Blut, Urin, Hautbiopsie, Gelenkpunktat oder Liquor versucht werden.

Möglich ist in ausgewählten Fällen auch der Borrelien-Nachweis mittels PCR aus Zecken. Diese Untersuchung ist allerdings keine ärztlich-medizinische Leistung und wird von gesetzlichen Krankenversicherungen nicht erstattet.

Hier können Sie diesen Beitrag downloaden: