Präanalytik
Serum
Serum Vacuette | Serum Monovette |
Verwendung des Materials
Serum ist der Überstand von geronnenem Blut nach Zentrifugation und enthält – im Gegensatz zu Plasma – keine zellulären Bestandteile und keine Gerinnungsfaktoren. Es ist das Standardmaterial für zahlreiche laborchemische und immunologische Analysen. Im Labor Poing verwenden wir zur Gewinnung von Serum spezielle Serumröhrchen mit Gerinnungsaktivator und Trenngel. Dieses Gel trennt nach der Zentrifugation das Serum von den Blutzellen und stabilisiert die Probe.
Korrekte Abnahme
Serumröhrchen sollten als erstes abgenommen werden. Eine Kontamination mit bei der Punktion entstandenen Hautpartikeln ist in der Regel unkritisch. Die benötigte Füllmenge richtet sich nach den angeforderten Parametern und dem Hämatokrit des Patienten.
Nach der Abnahme ist das Röhrchen ca. 5-mal über Kopf zu schwenken, um eine gleichmäßige Vermischung von Blut und Additiv zu gewährleisten. Ein kräftiges Schütteln ist zu vermeiden, um Schaumbildung und Hämolyse auszuschließen.
Anschließend sollte das Blut 20–30 Minuten aufrecht stehend bei Raumtemperatur ausgerinnen, bevor die Zentrifugation erfolgt.
Verarbeitung und Lagerung
Nach korrekter Zentrifugation von Trenngel-Röhrchen ist keine weitere Bearbeitung erforderlich.
Zentrifugiertes Serum ist für viele Parameter bei 2–8°C über mehrere Tage stabil. Die Verwendung von Serumröhrchen, die über einen längeren Zeitraum nicht zentrifugiert wurden, ist für die meisten Analysen nicht validiert und kann zu Messwertabweichungen führen. Nicht zentrifugierte Proben sollten bei Raumtemperatur gelagert werden. Direkte Sonneneinstrahlung ist in jedem Fall zu vermeiden. Bei Unsicherheiten zur Stabilität einzelner Parameter stehen wir Ihnen gerne beratend zur Seite.
Glucose
FcMix Vacuette | GlucoEXACT Monovette |
Verwendung des Materials
Hier steht ein spezielles Blutröhrchen zur Verfügung, das für die präzise Bestimmung von Glukosewerten im Plasma konzipiert ist.
Das Röhrchen enthält Stabilisatoren. Dieses Additivgemisch hemmt enzymatisch die Glukoseverwertung unmittelbar nach der Blutentnahme, wodurch präanalytische Fehler – insbesondere durch zellulären Glukoseabbau – effektiv verhindert werden. Es eignet sich insbesondere für die diabetologische Diagnostik, bei der eine exakte Glukosemessung erforderlich ist, z.B. zur Diagnosestellung oder im Rahmen von oralen Glukosetoleranztests (oGTT).
Korrekte Abnahme
Für eine zuverlässige Glukosebestimmung ist eine standardisierte Blutabnahme essenziell und die korrekte Handhabung entscheidend. Die Blutentnahme sollte aus einer gestauten Vene, vorzugsweise ohne verlängerte Stauzeit, erfolgen. Das Röhrchen sollten nach Serum- und EDTA-Röhrchen abgenommen werden, um Additivverschleppung zu vermeiden Eine Hämolyse ist durch schonende Blutentnahme mit möglichst geringer Stauung zu vermeiden, da sie die Messergebnisse beeinflussen kann. Das Röhrchen muss bis zur Markierung gefüllt und unmittelbar nach der Abnahme mindestens 10-mal sanft über Kopf zu schwenken (nicht schütteln!), um eine homogene Durchmischung mit dem Additiv sicherzustellen.
Stabilität und Lagerung
FcMix Unzentrifugiertes FC Mix-Vollblut ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) für bis zu 24 Stunden stabil.
Stabilisatoren: | GlucoEXACT Die Glukose im GlukoExact-Röhrchen ist bei Raumtemperatur (15–25 °C) für bis zu 48 Stunden stabil.
Stabilisatoren: |
EDTA-Blut
EDTA Vacuette | EDTA Monovette |
Verwendung des Materials
EDTA-Blut ist Vollblut, dem Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) zugesetzt wurde, um die Blutgerinnung durch Bindung von Calciumionen zu hemmen. EDTA-Röhrchen werden vorwiegend für hämatologische Untersuchungen, die HbA1c-Bestimmung sowie spezielle molekulargenetische und Verfahren zur Bestimmung von Vitaminen und Spurenelementen verwendet.
Korrekte Abnahme
EDTA-Röhrchen sollten grundsätzlich als letztes in der Reihenfolge der Blutentnahme abgenommen werden, um eine Verschleppung von EDTA in andere Proben zu vermeiden. Achten Sie bitte auf das Haltbarkeitsdatum – abgelaufene Röhrchen können zu unzuverlässigen Ergebnissen führen. Nach der Abnahme ist das Röhrchen mindestens 5-mal sanft über Kopf zu schwenken, um eine gleichmäßige Vermischung mit dem Antikoagulans sicherzustellen (nicht schütteln). Das Röhrchen sollte zu mindestens einem Drittel gefüllt sein, bei bestimmten Untersuchungen auch darüber hinaus:
- Kleines Blutbild: stabil für 24 Stunden bei Raumtemperatur.
- Großes Blutbild (mit Differenzierung): möglichst taggleich analysieren, da Leukozyten durch Autolyse rasch beeinträchtigt werden.
- HbA1c: Röhrchen mindestens zu 1/3 gefüllt, Lagerung bei Raumtemperatur.
- BSG/BKS (Blutsenkung): mindestens ¾ gefülltes Röhrchen erforderlich, Untersuchung nur am Entnahmetag möglich.
- Vitamin B1, B2, B6: eigenes, gut gefülltes EDTA-Röhrchen notwendig, lichtgeschützt (mit Alufolie umwickeln), Lagerung im Kühlschrank bis zur Abholung.
- Humangenetik: separates, gut gefülltes EDTA-Röhrchen sowie vollständig ausgefüllte und unterschriebene Einwilligungserklärung gemäß GenDG im Original erforderlich.
Lagerung und Transport
Sofern nicht anders angegeben, erfolgt die Lagerung von EDTA-Proben bei Raumtemperatur. Eine zeitnahe Einsendung ins Labor ist essenziell für valide Analysen – insbesondere bei zellulären Untersuchungen.
Citrat-Blut
Citrat Vacuette | Citrat Monovette |
Verwendung des Materials
Citrat-Blut ist Vollblut, dem Natriumcitrat zugesetzt wurde, um die Blutgerinnung durch Bindung von Calciumionen zu hemmen. Es wird vorrangig für Gerinnungsanalysen verwendet, da es eine zuverlässige Bestimmung plasmatischer Gerinnungsparameter ermöglicht. In unserem Labor verwenden wir Citrat-Röhrchen mit einem standardisierten Mischungsverhältnis von 1 Teil Citratlösung auf 9 Teile Blut.
Korrekte Abnahme
Für eine aussagekräftige Gerinnungsdiagnostik ist eine schonende Blutentnahme essenziell:
- Möglichst ohne oder nur mit minimaler Stauung
- Kein „Herumstochern“ in der Vene
- Leichte Aspiration, um Hämolyse zu vermeiden
Bei Verwendung eines Butterfly-Systems sollte zur Entlüftung zunächst vorab ein Serumröhrchen abgenommen werden. Das Citrat-Röhrchen muss exakt bis zur Markierung gefüllt werden, um das korrekte Mischungsverhältnis sicherzustellen. Achten Sie unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum der Röhrchen – insbesondere Abnahmegefäße mit Vakuum können ihr Vakuum verlieren und sich dann nicht mehr vollständig füllen lassen. Unmittelbar nach der Abnahme ist das Röhrchen sanft über Kopf zu schwenken (nicht schütteln).
Verarbeitung und Lagerung
Die Citrat-Röhrchen dürfen nicht gekühlt werden – Lagerung erfolgt bei Raumtemperatur (15–25°C). Eine zeitnahe Analyse ist anzustreben, da die Stabilität vieler Gerinnungsparameter begrenzt ist. Hämolytische oder bereits angeronnene Proben sind für Gerinnungstests ungeeignet und führen zu nicht auswertbaren Ergebnissen. Bei einer längeren Lagerung (> 8h) sollte anstelle von Citrat-Blut gefrorenes Citrat-Plasma eingesendet werden
Serum gefroren
Serum Vacuette | Serum Monovette |
Verwendung des Materials
Gefrorenes Serum dient der Durchführung spezieller Analysen, bei denen eine zeitnahe Verarbeitung nicht möglich ist oder bei denen temperaturempfindliche Analyte stabilisiert werden. Dazu zählen bestimmte Hormon-, Medikamenten- oder Antikörperbestimmungen. Grundlage ist korrekt gewonnenes Serum aus Blut, das in Röhrchen mit Gerinnungsaktivator verarbeitet wird.
Korrekte Abnahme
Serumröhrchen sollten als erstes abgenommen werden. Eine Kontamination mit bei der Punktion entstandenen Hautpartikeln ist in der Regel unkritisch. Die benötigte Füllmenge richtet sich nach den angeforderten Parametern und dem Hämatokrit des Patienten.
Nach der Abnahme ist das Röhrchen ca. 5-mal über Kopf zu schwenken, um eine gleichmäßige Vermischung von Blut und Additiv zu gewährleisten. Ein kräftiges Schütteln ist zu vermeiden, um Schaumbildung und Hämolyse auszuschließen.
Anschließend sollte das Blut 20–30 Minuten aufrecht stehend bei Raumtemperatur ausgerinnen, bevor die Zentrifugation erfolgt.
Universalröhrchen |
Danach kann der Überstand (Serum) direkt durch Abkippen in ein neutrales Universalröhrchen überführt werden – eine Pipette ist nicht erforderlich. Bitte achten Sie darauf, dass keine Zellbestandteile mit übertragen werden.
Das Universalröhrchen wird Barcode beklebt und mit vollständigem Patientennamen, Geburtsdatum, und dem Materialkennzeichen „Serum, gefroren“ beschriftet.
Einfrieren und Versand
Das gewonnene Serum wird unmittelbar bei -20 °C eingefroren. Für den Versand ist eine vollständig durchgefrorene Gefrierbox erforderlich. Box und Probe müssen getrennt über Nacht eingefroren werden. Nur vollständig gefrorene Proben sind für empfindliche Analysen geeignet. Angetaute oder wieder aufgetaute Proben führen häufig zu Messwertabweichungen und können nicht verwendet werden.
Materialbereitstellung
Universalröhrchen und Gefrierboxen können bei Bedarf über unser Labor bezogen werden.
EDTA-Plasma gefroren
EDTA Vacuette | EDTA Monovette |
Verwendung des Materials
Gefrorenes EDTA-Plasma wird für bestimmte Spezialuntersuchungen eingesetzt, z.B. in der Vitaminanalytik, Endokrinologie oder Pharmakokinetik. Es handelt sich um den Überstand zentrifugierten EDTA-Vollbluts, der zur Stabilisierung temperaturempfindlicher Analyte eingefroren wird. Die korrekte Handhabung ist essenziell für valide Ergebnisse.
Korrekte Abnahme
EDTA-Röhrchen sollten grundsätzlich als letztes in der Reihenfolge der Blutentnahme abgenommen werden, um eine Verschleppung von EDTA in andere Proben zu vermeiden. Achten Sie bitte auf das Haltbarkeitsdatum – abgelaufene Röhrchen können zu unzuverlässigen Ergebnissen führen. Nach der Abnahme ist das Röhrchen mindestens 5-mal sanft über Kopf zu schwenken, um eine gleichmäßige Vermischung mit dem Antikoagulans sicherzustellen (nicht schütteln!). Das Röhrchen sollte zu vollständig gefüllt sein.
Universalröhrchen |
Die Zentrifugation sollte zeitnah nach der Abnahme erfolgen. Anschließend wird der Überstand (EDTA-Plasma) vorsichtig mit einer Einmal-Pipette in ein neutrales Universalröhrchen überführt – nicht abkippen! Es ist darauf zu achten, dass ein ausreichender Abstand zur Zellschicht (buffy coat) eingehalten wird.
Das Universalröhrchen muss mit Patientendaten, Entnahmedatum und dem Materialkennzeichen „EDTA-Plasma“ eindeutig beschriftet werden.
Einfrieren und Versand
Das EDTA-Plasma ist unmittelbar bei –20 °C einzufrieren. Für den Versand ist eine vollständig durchgefrorene Gefrierbox erforderlich. Box und Plasma müssen getrennt über Nacht eingefroren werden. Nur vollständig gefrorene Proben sind für die Analyse geeignet. Aufgetaute oder angetaute Proben sind aufgrund der Instabilität vieler Analyte nicht verwertbar.
Materialbereitstellung
Universalröhrchen und Gefrierboxen können bei Bedarf über unser Labor bezogen werden.
Citrat-Plasma gefroren
Citrat Vacuette | Citrat Monovette |
Verwendung des Materials
Gefrorenes Citrat-Plasma wird für spezielle Gerinnungsanalysen und Nachforderungen benötigt, bei denen eine zeitnahe Analyse des frischen Citrat-Bluts nicht möglich ist. Es handelt sich um den Überstand von zentrifugiertem Citrat-Vollblut, der in ein separates Universalröhrchen abpipettiert und eingefroren wird. Dieses Material erlaubt bei korrekter Gewinnung und Lagerung eine stabile Analyse plasmatischer Gerinnungsparameter.
Korrekte Abnahme
Für eine aussagekräftige Gerinnungsdiagnostik ist eine schonende Blutentnahme essenziell:
- Möglichst ohne oder nur mit minimaler Stauung
- Kein „Herumstochern“ in der Vene
- Leichte Aspiration, um Hämolyse zu vermeiden
Bei Verwendung eines Butterfly-Systems sollte zur Entlüftung zunächst ein Serumröhrchen vorab abgenommen werden. Das Citrat-Röhrchen muss exakt bis zur Markierung gefüllt werden, um das korrekte Mischungsverhältnis sicherzustellen. Achten Sie unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum der Röhrchen – insbesondere Abnahmegefäße mit Vakuum können ihr Vakuum verlieren und sich dann nicht mehr vollständig füllen lassen. Unmittelbar nach der Abnahme ist das Röhrchen sanft über Kopf zu schwenken (nicht schütteln).
Universalröhrchen |
Zentrifugation und Abpipettieren
Nach der Zentrifugation wird der Überstand (Citrat-Plasma) vorsichtig mit einer Einmal-Pipette in ein neutrales Universalröhrchen
überführt – nicht abkippen! Es ist darauf zu achten, dass der Kontakt zur Leukozyten-Thrombozyten-Schicht (buffy coat) vermieden wird.
Das Universalröhrchen wird mit einem Barcode beklebt und mit vollständigem Patientennamen, Geburtsdatum, und dem Materialkennzeichen „Citrat-Plasma“ beschriftet.
Einfrieren und Versand
Das vorbereitete Citrat-Plasma wird unmittelbar bei –20 °C eingefroren. Für den Transport ist eine vollständig durchgefrorene Gefrierbox erforderlich. Box und Plasma müssen getrennt über Nacht eingefroren werden. Nur vollständig gefrorene Proben sind für Gerinnungsanalysen geeignet. Aufgetaute oder angetaute Proben sind nicht verwertbar und führen zu fehlerhaften Ergebnissen.
Materialbereitstellung
Universalröhrchen und geeignete Gefrierboxen können bei Bedarf im Labor angefordert werden.
Stuhl
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Verwendung des Materials
Für die mikrobiologische, parasitologische oder molekulare Diagnostik von Stuhlproben stehen Stuhlentnahmeröhrchen mit Löffel im braunen Schraubdeckel zur Verfügung, die eine hygienische und ausreichende Probenentnahme ermöglichen.
Korrekte Abnahme
Die Stuhlentnahme sollte idealerweise vor Beginn einer antibiotischen Therapie erfolgen. Der Stuhl wird mit dem Löffel aus unterschiedlichen Bereichen der Probe in das Entnahmeröhrchen überführt, sodass es etwa zur Hälfte gefüllt ist. Eine Kontamination mit Urin oder Wasser ist zu vermeiden.
Stabilität und Lagerung
Das Röhrchen muss fest verschlossen und korrekt beschriftet sein. Die Proben sollten möglichst zeitnah ins Labor gebracht werden, bis dahin ist eine Kühlung bei 2-8°C erforderlich.
Sputum
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Verwendung des Materials
Sputumproben dienen der mikrobiologischen und molekularbiologischen Diagnostik von Atemwegserkrankungen, insbesondere bei Verdacht auf bakterielle Infektionen. Als Probengefäß wird ein steriles, auslaufsicheres Schraubdeckelgefäß verwendet. Wichtig ist die Abgrenzung zu Speichel: Nur tiefer bronchialer Auswurf (Sputum) ist diagnostisch verwertbar.
Korrekte Abnahme
Die Sputumgewinnung sollte möglichst morgens vor dem Zähneputzen und vor der Nahrungsaufnahme erfolgen. Vorab ist ein gründliches Ausspülen des Mundraums mit klarem Wasser notwendig. Der Patient sollte dann tief durchatmen und durch kräftiges Husten Sekret aus der Tiefe der Bronchien lösen und direkt in das sterile Gefäß ausspucken. Die Probe sollte ein Volumen von etwa 1–2 ml haben und möglichst eitrig oder schleimig sein – klare, speichelartige Proben sind oft unzureichend.
Stabilität und Lagerung
Sputumproben sollten rasch – idealerweise innerhalb von 2 Stunden – ins Labor überführt werden. Bei unvermeidbaren Verzögerungen ist eine Zwischenlagerung bei 2–8 °C für maximal 24 Stunden möglich.
Eine korrekte Abnahme und Handhabung sind entscheidend, um kontaminationsfreie und aussagekräftige Befunde zu erhalten.
IFOB
IFOB Spezialröhrchen von Sentifit® |
Verwendung des Materials
Der immunologische fäkale Okkultbluttest (iFOBT) dient dem sensitiven Nachweis von nicht sichtbarem (okkultem) Blut im Stuhl, insbesondere zur Früherkennung kolorektaler Karzinome. Im Labor Poing verwenden wir dafür das Sentifit®-System, ein vorkonfektioniertes Probenentnahmesystem mit integriertem Puffer, das eine standardisierte Probenmenge und eine einfache Handhabung ermöglicht.
Korrekte Abnahme
Die Probe sollte vorzugsweise nicht während einer Menstruation oder bei sichtbaren Blutbeimengungen im Stuhl entnommen werden.
Zur Entnahme:
- Den Deckel des Sentifit®-Röhrchens abschrauben.
- Mit der Entnahmespitze an verschiedenen Stellen der Stuhlprobe Material aufnehmen – sichtbare Stuhlmengen sind nicht erforderlich.
- Den Tupfer vorsichtig zurück in das Röhrchen stecken und fest verschließen.
- Röhrchen mit vollständigen Patientendaten beschriften.
Die Anwendung ist patientenfreundlich und kann zu Hause durchgeführt werden. Eine Anleitung zur korrekten Handhabung ist dem Röhrchen beigelegt oder auf Anfrage im Labor erhältlich.
Lagerung und Transport
Die Sentifit®-Röhrchen enthalten einen Stabilisator, der die Probe bei Raumtemperatur (15–25 °C) für bis zu 5 Tage stabil hält. Direkte Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen über längere Zeit sollten vermieden werden.
Myco Trans
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Verwendung des Materials
MycoTRANS ist ein Transportmedium zur Einsendung von Probenmaterial bei Verdacht auf oberflächliche Mykosen (Haut-, Nagel- oder Haarmykosen). Das trockene Transportsystem besteht aus einem gefalteten dunklen Papier und einem Umschlag, das eine hygienische und sichere Übermittlung von Hautschuppen, Nagelmaterial oder Haaren an das Labor ermöglicht. MycoTRANS ist für die kulturelle Pilzdiagnostik geeignet.
Korrekte Abnahme
Die Materialentnahme sollte vor Beginn einer antimykotischen Behandlung oder in einer Therapiepause von mindestens 3 Tagen erfolgen.
- Hautschuppen: Aus dem Randbereich der Hautveränderung mit einem sterilen Skalpell oder Spatel Hautschuppen entnehmen.
- Nagelmaterial: Subunguales Material und/oder abgeschabte Anteile der befallenen Nagelplatte einsammeln. Besonders Nagelspäne aus befallenen Arealen am Übergang vom kranken zum gesunden Gewebe einsenden.
- Haare: Einzelne befallene Haare mit Pinzette oder Skalpell entnehmen, bevorzugt aus dem Randbereich von Läsionen.
Die Menge des Probenmaterials ist entscheidend: Orientierungsgröße: Die Probe sollte deutlich sichtbar sein.
Das gewonnene Material wird direkt in das MycoTRANS-Transportmedium überführt, das anschließend verschlossen und korrekt beschriftet wird.
Stabilität und Lagerung
Das eingesandte Material ist im MycoTRANS-Transportmedium bei Raumtemperatur (15–25 °C) für mehrere Tage stabil. Keine Kühlung!. Die Proben sollten jedoch zeitnah ins Labor eingesendet werden, um optimale Bedingungen für die Anzucht der Pilze zu gewährleisten.
Eine sorgfältige und kontaminationsfreie Probenentnahme ist entscheidend für die diagnostische Aussagekraft der mykologischen Untersuchung.
eSwab
eSwab rosa - dicker Tupfer | eSwab orange - dünner Tupfer |
Verwendung des Materials
Das eSwab-System ist ein vielseitiges Transportmedium zur mikrobiologischen und molekularen Diagnostik. Es ermöglicht die Probenentnahme, -konservierung und -transport in einem System. Das Medium ist flüssig (Amies-Modifikation) und unterstützt die Vitalität sowohl aerober als auch anaerober Erreger sowie weiterer anspruchsvoller Keime. Auch zur PCR Diagnostik ist dieses Medium geeignet. In unserem Labor stehen zwei Varianten zur Verfügung:
- eSwab mit rosa Kappe: mit dickem Tupfer für die Entnahme aus tieferen Körperregionen, z. B. Rachen, Vagina, Wunden.
- eSwab mit oranger Kappe: mit dünnerem Tupfer für engere anatomische Regionen wie z. B. Nase, Urethra oder Rektum.
Korrekte Abnahme
Die Abnahme sollte unter hygienischen Bedingungen und entsprechend der klinischen Fragestellung erfolgen. Der Tupfer ist nach der Entnahme sofort in das Transportmedium einzuführen und der Stiel am vorgesehenen Bruchpunkt abzubrechen. Eine Kontamination des Tupfers ist strikt zu vermeiden.
Stabilität und Lagerung
Grundsätzlich wird ein schneller Probentransport ins Labor empfohlen. Für eine Aufbewahrung bis zum Transport empfiehlt sich eine Lagerung bei 2–8 °C
Die Auswahl der passenden eSwab-Größe und eine korrekte Handhabung sind entscheidend für die Qualität der mikrobiologischen Diagnostik.
Urin
Urin Vacuette mit Saughalm |
Verwendung des Materials
Urinproben sind ein wichtiges Untersuchungsmaterial in der Laboratoriumsdiagnostik. Sie kommen sowohl in der Mikrobiologie als auch in der klinischen Chemie zum Einsatz. Abhängig von der diagnostischen Fragestellung kann der Erststrahlurin (Auffangen der ersten Portion nach einer mehrstündigen Miktionspause) oder der Mittelstrahlurin (erster und letzter Teil des Harnstrahls wird verworfen, nur die mittlere Portion wird aufgefangen) verwendet werden.
Korrekte Abnahme
Eine sachgerechte Abnahme ist entscheidend für die Qualität der Untersuchungsergebnisse.
- Im Labor Poing wird ausschließlich Urin ohne Zusätze verwendet.
- Für die Diagnostik bei Verdacht auf Harnwegsinfektion ist ein Mittelstrahlurin vorzuziehen, bei PCR-Untersuchungen ein Erststrahlurin. Für die meisten klinsich-chemischen Paremeter kann Spontanurin verwendet werden, eine besondere Abnahme ist nicht erforderlich.
- Für toxikologische Fragestellungen kann eine Abgabe unter Aufsicht sinnvoll sein. Für bestimmte Fragestellungen, z.B. im Rahmen einer medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) gelten besondere Regualrien.
- Der Urin wird zunächst in einem sauberen, dafür vorgesehenen Becher gewonnen.
- Anschließend ist die Probe mittels Vacuette-Urinsystem und Übertragungsröhrchen („Strohhalm“) in das vorgesehene Vakuumröhrchen zu überführen.
- Eine eindeutige Beschriftung des Röhrchens (Name, Probennummer) ist erforderlich.
Stabilität und Lagerung
Nach der Überführung des Urins in das Vakuumröhrchen ist die Probe zeitnah an das Labor zu senden. Falls eine sofortige Weitergabe nicht möglich ist, muss das Röhrchen bis zur Abholung im Kühlschrank bei ca. 4–8 °C gelagert werden. Eine längere Aufbewahrung bei Raumtemperatur kann die Messergebnisse beeinträchtigen und ist nicht zu empfehlen.
24h Sammelurin
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Verwendung des Materials
24h Sammelurin wird in der klinisch-chemischen Diagnostik eingesetzt, insbesondere zur quantitativen Bestimmung von Analyten über einen definierten Zeitraum. Die Sammlung erfolgt grundsätzlich über 24 Stunden, um eine repräsentative Beurteilung der täglichen Ausscheidung zu ermöglichen.
Korrekte Abnahme
Für die Durchführung der Sammlung zu Hause steht eine Patienteninformation zur 24-Stunden-Urin-Sammlung zur Verfügung.
Eine sachgerechte Abnahme ist entscheidend für die Qualität der Untersuchungsergebnisse.
- Sammelzeitraum: Immer 24 Stunden, beginnend am Morgen nach dem ersten Entleeren der Blase. Der erste Morgenurin wird verworfen; alle weiteren Urinportionen, einschließlich der ersten Miktion am folgenden Morgen, werden gesammelt.
- Sammelgefäß: Verwenden Sie ein sauberes, ausreichend großes Sammelgefäß ohne Zusätze (Bezug über das Labor).
- Sammlung: Während der gesamten Sammelzeit jede Blasenentleerung vollständig auffangen, auch in der Nacht.
- Lagerung während der Sammlung: Das Sammelgefäß kühl bei 4–8 °C aufbewahren.
- Nach Ende der Sammlung:
- Sammelzeit (Start und Ende) und Gesamtvolumen dokumentieren.
- Den gesamten Sammelurin gründlich mischen.
- Anschließend eine Probe mittels evakuiertem Urinentnahmesystem (Vacuette) über das Übertragungsröhrchen („Strohhalm“) in das Vakuumröhrchen überführen.
- Röhrchen eindeutig beschriften (Barcode).
- Restliche Sammelurin kann verworfen werden.
Stabilität und Lagerung
- Zwischenlagerung: Bis zur Abgabe gekühlt bei 4–8 °C lagern. Eine längere Lagerung bei Raumtemperatur ist zu vermeiden, da sie zu Veränderungen empfindlicher Analyte führen kann.
- Das abgefüllte Vakuumröhrchen zusammen mit den Angaben zum Sammelzeitraum und Gesamtvolumen zeitnah an das Labor senden.
24h Sammelurin, angesäuert
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Verwendung des Materials
Angesäuerter Sammelurin wird in der klinisch-chemischen Diagnostik für spezielle Analysen benötigt, bei denen bestimmte Substanzen durch Stabilisierung mit Salzsäure (HCl) vor Zersetzung geschützt werden müssen (z. B. Aminosäuren, Katecholamine, Homovanillinsäure u. a.).
Korrekte Abnahme
Für die Durchführung der Sammlung zu Hause steht eine Patienteninformation zur 24-Stunden-Urin-Sammlung mit Salzsäure zur Verfügung.
Eine sachgerechte Abnahme ist entscheidend für die Qualität der Untersuchungsergebnisse.
- Sammelzeitraum: Immer 24 Stunden, beginnend am Morgen nach dem ersten Entleeren der Blase. Der erste Morgenurin wird verworfen; alle weiteren Urinportionen, einschließlich der ersten Miktion am folgenden Morgen, werden gesammelt.
- Sammelgefäß: Verwenden Sie ein sauberes, ausreichend großes Sammelgefäß (Bezug über das Labor). Das Sammelgefäß enthält ein Fläschchen mit konzentrierter Salzsäure (HCl) zur Stabilisierung der Probe.
- Achtung: Die Salzsäure ist stark ätzend!
- Kontakt mit Haut, Augen und Schleimhäuten unbedingt vermeiden.
- Das Fläschchen sofort nach der ersten Urinabgabe vorsichtig vollständig in das Sammelgefäß geben.
- Spritzer vermeiden! Bei Kontakt mit der Haut oder den Augen sofort gründlich mit Wasser spülen und gegebenenfalls einen Arzt aufsuchen.
- Sammelgefäß stets außer Reichweite von Kindern aufbewahren.
- Sammlung: Während der gesamten Sammelzeit jede Blasenentleerung vollständig auffangen, auch in der Nacht.
- Lagerung während der Sammlung: Das Sammelgefäß kühl bei 4–8 °C aufbewahren.
- Nach Ende der Sammlung:
- Sammelzeit (Start und Ende) und Gesamtvolumen dokumentieren.
- Den gesamten Sammelurin gründlich mischen.
- Anschließend eine Probe mittels evakuiertem Urinentnahmesystem (Vacuette) über das Übertragungsröhrchen („Strohhalm“) in das Vakuumröhrchen überführen.
- Röhrchen eindeutig beschriften (Barcode).
- Restliche Sammelurin kann verworfen werden.
Stabilität und Lagerung
- Zwischenlagerung: Bis zur Abgabe gekühlt bei 4–8 °C lagern. Eine längere Lagerung bei Raumtemperatur ist zu vermeiden, da sie zu Veränderungen empfindlicher Analyte führen kann.
- Das abgefüllte Vakuumröhrchen zusammen mit den Angaben zum Sammelzeitraum und Gesamtvolumen zeitnah an das Labor senden.



















