06. Mai 2026

Umstellung Troponin T

Das Wichtigste in Kürze

Wie bereits angekündigt stellen wir ab Mai 2026 unseren Troponin-T-Assay von der 5. auf die 6. Generation um. Der neue Assay ist präziser im unteren Messbereich und robuster gegenüber Störeinflüssen wie Hämolyse. Allerdings liefern beide Assays bei derselben Probe zum Teil deutlich unterschiedliche Zahlenwerte – eine direkte Vergleichbarkeit ist daher nicht gegeben. Die Umstellung erfolgt schrittweise in drei Phasen.

Zeitplan der Umstellung

Mai – Parallelmessung mit Schwerpunkt 5. Generation:

  • Alle Troponin-T-Anforderungen werden mit dem Assay der 5. Generation gemessen (wie bisher).
  • Bei erhöhten Werten wird zusätzlich mit dem Assay der 6. Generation gemessen.

Juni – Parallelmessung mit Schwerpunkt 6. Generation:

  • Alle Troponin-T-Anforderungen werden mit dem Assay der 6. Generation gemessen (neu).
  • Bei erhöhten Werten wird zusätzlich mit dem Assay der 5. Generation gemessen.

Ab Juli – vollständige Umstellung:

  • Es wird regulär nur noch der Assay der 6. Generation verwendet. Solange Reagenzien der 5. Generation verfügbar sind, kann diese in Einzelfällen nachgefordert werden.

Selbstverständlich berechnen wir die Doppelmessungen nicht zusätzlich.

Unterschiede in den Messwerten

Im unteren Messbereich (um 10 ng/l) liefern beide Assays ähnliche Werte. Mit steigender Troponin-Konzentration misst der neue Assay jedoch systematisch höher: Bei einem alten Wert von 50 ng/l sind im neuen Assay etwa 100 ng/l zu erwarten; der Unterschied wächst mit steigenden Werten weiter.

(aus: Koechlin, Luca, et al., logarithmische Scalen)
 Troponin T (5. Generation)Troponin T (6. Generation)
99. Perzentile < 14 ng/l1< 18 ng/l (Frauen) < 32 ng/l (Männer)
0-h Rule-In2≥ 52 ng/l≥ 112 ng/l

¹ geschlechtsunspezifisch nach bisheriger Praxis

² Wert, ab dem in der Notaufnahme bei Verdacht auf einen Herzinfarkt die Diagnose bereits mit einer einzigen Messung als gesichert gilt (nach ESC-Leitlinie 2023)

Was bedeutet das für die Praxis?

Die meisten Leitlinien zum Troponin beziehen sich auf den Einsatz in der Notaufnahme. Bei Patienten mit Verdacht auf einen Herzinfarkt wird anhand von Algorithmen und dem gemessenen Troponinwert entschieden, ob ein Herzinfarkt vorliegt oder ausgeschlossen werden kann.

Patienten, bei denen keine eindeutige Zuordnung möglich ist, werden weiter überwacht; die endgültige Diagnose erfolgt dann anhand des Verlaufs der Troponinwerte (insbesondere eines relevanten Anstiegs oder Abfalls).

Wie bisher werden wir Ihnen alle Troponinwerte oberhalb der 99. Perzentile (dem Referenzbereich, in dem sich nahezu alle herzgesunden Menschen befinden) telefonisch mitteilen, damit Sie schnell reagieren können.

Künftig verwenden wir dabei geschlechtsspezifische Perzentile, um möglichst passgenau zu informieren.

Studien zeigen, dass mit dem neuen Assay bei gleichbleibend zuverlässiger Erkennung eines Myokardinfarkts insgesamt leicht weniger Patienten oberhalb dieses Grenzwerts liegen. Die Zahl der Anrufe dürfte daher zurückgehen, ohne dass relevante Befunde übersehen werden.

Bei Patienten, bei denen erhöhte Werte zu erwarten sind – etwa aufgrund entsprechender Vorbefunde –, verzichten wir auf den Anruf. Diese Entscheidung trifft bei uns stets ein Arzt bzw. eine Ärztin.

Erforderliche Angaben und Hinweise

Für eine reibungslose Kommunikation bitten wir Sie, uns eine aktuelle Telefonnummer mitzuteilen, unter der wir Sie in Notfällen zuverlässig erreichen können

Sofern Sie eine telefonische Benachrichtigung erst ab einem höheren als dem standardmäßig hinterlegten Grenzwert wünschen, teilen Sie uns dies bitte gesondert mit.

Der Troponin T Test wird auch in anderen Laboren umgestellt werden. Bei der Beurteilung von Fremdbefunden und Vorwerten ist während der Übergangszeit zu beachten, welche Assay-Generation der jeweiligen Messung zugrunde lag.

Literatur:

Hier können Sie diesen Beitrag downloaden: